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Stuck in theAfghanistan Trap

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In der Falle Afghanistan

WIELAND SCHNEIDER (Die Presse)

Auf Europa warten noch große Anstrengungen am Hindukusch – vor allem, wenn Barack Obama tatsächlich US-Präsident wird.

Wer in den Krieg zieht, sollte für das schlimmstmögliche Szenario gerüstet sein. Diese Regel versuchen Militärs gemeinhin zu befolgen. Im Irak und auch in Afghanistan taten sie es aber offenbar nicht.

In der Fehlannahme, die Taliban 2001 ein für alle Mal vertrieben zu haben, schickten die USA und ihre Nato-Partner viel zu wenig Soldaten nach Afghanistan. Dem Wiederaufbau (und Neuaufbau) des zerstörten Landes räumte man – zunächst – nur eine untergeordnete Rolle ein. Und mit der Installierung der Regierung Karzai glaubte man, Afghanistans komplexe politische Probleme bereits gelöst zu haben.

Jetzt rächen sich diese Versäumnisse: Afghanistan kommt nicht auf die Beine. Die Taliban versetzen den internationalen Truppen immer schmerzhaftere Nadelstiche. Und Amerikaner und Europäer wissen nicht, wie sie aus dieser Falle wieder herauskommen.

In Europa werden deshalb erste Müdigkeitserscheinungen sichtbar. Dabei sollte sich die Nato auf neue Anstrengungen einstellen: Denn bei Barack Obama steht Afghanistan ganz oben auf der Prioritätenliste. Sollte der Demokrat tatsächlich ins Weiße Haus einziehen, wird der Druck auf die Verbündeten wachsen, mehr Soldaten zu entsenden. Eine Forderung, die Washington natürlich – im Sinne einer neuen Obama'schen Außenpolitik – als freundschaftliche Bitte tarnen wird. Ein Abschlagen dieser Bitte würde die Europäer in schweren Erklärungsnotstand stürzen.







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