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Barack Merkel

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Barrack Obama machte Hoffnung und versprach Wandel. Was ist von seinen Worten an die Welt geblieben? Dass wir etwas verändern müssen, dass wir anders leben, haushalten müssen, das sind alles gefühlte Erkenntnisse. Doch wo und wie soll der Wandel einsetzen?

Er war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Viele dachten das. Er machte Hoffnung und versprach Wandel. Deshalb wählten ihn viele Amerikaner. Ein Mann, der die Zeichen der Zeit erkannt hat, mit einer Biografie, die wie geschaffen zu sein schien für die Erneuerung des amerikanischen Traums. Er signalisierte Emigranten in aller Welt, wie weit sie es in einer freien Gesellschaft bringen können.

Ich kann meine Emotionen in der Politik nicht ausleben. Sie lässt mich kalt. Parteien erscheinen mir wie Besenkammern der Großbanken und Industriekonzerne. Politische Spielchen, das Machtgehabe und die ganze Rhetorik, sie machen mich bestenfalls traurig. Aber auch ich wurde vom Obama-Fieber erfasst. Zum ersten Mal in meinem Leben ging ich im Sommer 2008 zur Rede eines Politikers, in den Berliner Tiergarten. Denn am Brandenburger Tor durfte der Kandidat ja nicht sprechen.

In der Nacht seiner Wahl weinten die Älteren mit dunkler Hautfarbe, junge Menschen jubelten und sprühten voller Energie. Es war ihm gelungen, seine Ideen unter die Menschen zu bringen. Er beherrschte den Umgang mit den neuen Medien wie kein Politiker vor ihm. Twitter und Facebook gaben der Politik eine neue Sprache und ein neues Gesicht. Vom alten Kontinent aus schaute man mit Neid über den Teich. Wahrscheinlich war kein Präsident zuvor mit so viel Macht und Vertrauen ausgestattet, wie er bei seinem Machtantritt. Das ist knapp drei Jahre her. Drei volle, herausfordernde Jahre. Keine kurze Zeit in der schnelllebigen Politik.

Obama hat viele Reden gehalten. Reden in Prag und in Kairo, an Orten, die den Wandel hinter sich hatten oder vor sich haben würden. Er hielt die Reden, die er als Kandidat gehalten hatte, auch als Präsident. Er hielt Wort. Und das Wort hielt ihn. Doch als der Wandel in Kairo einsetzte, Menschen auf die Straße gingen und ihr Leben für ein freieres und gerechteres System aufs Spiel setzten, wirkte Obama, als hätte er seinen eigenen Worten nicht zugehört. Als glaubte er selbst nicht an einen umfassenden Wandel in Amerika und in der Welt.

Wandel? Das klingt weich, butterweich. Wo aber steckt der Schmerz, den jeder Wandel auch mit sich bringt? Wie drückt sich dieser Schmerz aus? Ist er erträglich? Einen Wandel gibt es eigentlich nur, wenn dieser Schmerz geringer ausfällt als das Leiden am Istzustand. Dass wir etwas verändern müssen, dass wir anders leben, haushalten müssen, dass es nicht gerecht zugeht auf der Welt, das sind alles gefühlte Erkenntnisse. Doch wo und wie soll der Wandel einsetzen?

Wandel in der Welt hat vorrangig zwei Adressen: Diese sind einmal das Zentrum der Finanzwelt, die Wall Street und zum anderen Jerusalem, Hauptstadt eines viel zu lange andauernden blutigen Konflikts. Und an beiden Adressen steht der amerikanische Präsident vor der Tür, hilflos und ohne Passwort.

Ernüchterung ist eingetreten und in mancher Weltgegend auch Enttäuschung. Der Mann der klaren, engagierten Worte erscheint nicht einmal mehr als gewiefter Taktiker, als einer, der mit kleinen Schritten Großes erreichen will, nein er wirkt so als müsste er sich nach allen Seiten entschuldigen, weil er es allen recht machen möchte und gleichzeitig weiß, dass ihm das nicht gelingen wird.

Barack Obama hat sich als die männliche Version von Frau Merkel entpuppt.







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