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America’s Disgrace

In Trump’s America, members of the Ku Klux Klan, neo-Nazis and right-wing extremists of the 'alt-right' movement march openly.

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In Europa unvorstellbar: Milizionäre in Tarnuniformen, bewaffnet mit Sturmgewehren, bewachen eine Demo von Rechtsextremisten und Rassisten in Charlottesville (Virginia). Es ist Samstag, 13:14 Uhr, als ein offizieller Tweet der Stadt Charlottesville online geht, in dem von einem Autounfall die Rede ist. Rasch ist klar: Ein Rechtsextremist hat sein Auto direkt in eine Gruppe von Gegendemonstranten gesteuert, die 32-jährige Heather Heyer wird dabei getötet. US-Präsident Donald Trump wird später davon sprechen, dass "alle Seiten" Mitschuld an der Gewalt tragen. Unter dem Druck der Öffentlichkeit findet Trump erst am Montag dann deutlichere Worte: Neonazis, der rassistische Ku-Klux-Klan oder andere Gruppen voller Hass hätten keinen Platz in den USA, sagt Trump bedrückend leidenschaftslos. Gleichzeitig wächst der Druck auf den US-Präsidenten, seinen ultrarechten Chefstrategen Stephen Bannon loszuwerden, der gute Kontakte zur Extremistenszene unterhält.

Seit Charlottesville ist klar: In Trumps Amerika marschieren Mitglieder des Ku-Klux-Klan, Neonazis und die Rechtsextremisten der "Alt-Right"-Bewegung ungeniert auf. Trump wirkt - kaum überraschend - auf die ohnehin zerrissene amerikanische Gesellschaft wie ein Brandbeschleuniger. Und mit Trump im Weißen Haus wird der Blick der Welt auf den hässlichen Amerikaner: dumpf, militant, radikal. Dass die republikanische Partei dem 45. US-Präsidenten die Mauer macht, war nach dem Bekanntwerden der dubiosen Russland-Connection höchst fragwürdig - nach den jüngsten Geschehnissen verraten die republikanischen Abgeordneten nun alle Werte, für die das zivilisierte Amerika steht, wenn sie weiter ihre schützende Hand über den Demagogen im Weißen Haus halten.

Man sollte trotz alledem nicht vergessen, dass Trump eine zur Fratze entstellte Horror-Karikatur der USA ist. Am Tag 208 seiner Amtszeit erklärten schließlich fast 60 Prozent der US-Bürger, dass sie mit der Amtsführung von Donald Trump unzufrieden seien. Heather Heyer hat für ihr Eintreten für US-Grundwerte und gegen den Hass in Charlottesville mit ihrem Leben bezahlt. Vor dem Trump-Tower in Manhattan demonstrieren aufrechte New Yorker, Medien und Institutionen nehmen Trump in die Verantwortung. Sie machen ihre Arbeit. Nun ist es an der Zeit, dass die republikanischen Abgeordneten ihre Arbeit machen.







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