America Doesn’t Want Any Syrian Refugees – How Embarrassing

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Amerika will keine syrischen Flüchtlinge – wie peinlich

Nach den Terroranschlägen von Paris wollen die US-Republikaner für syrische Flüchtlinge die Schotten dicht machen. Und Obama schaut zu.

Washington. In Amerika irrlichtert Pegida – anders als in Deutschland – nicht vor den Parlamenten. In Amerika hat der Wahnsinn drinnen Platz gefunden. Nach den Attentaten von Paris sind bei vielen Politikern in Washington und draußen in der Provinz die letzten Hemmungen gefallen. Gouverneure aus 20 Bundesstaaten, Senatoren und Abgeordnete des republikanischen Lagers stellen muslimische Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien pauschal unter Terrorverdacht und lehnen deren Aufnahme rigoros ab.

“Gebt mir eure Müden, eure Armen, eure geknechteten Massen, die sich danach sehnen, frei zu atmen.” Die Staatsräson gewordene Botschaft der Dichterin Emma Lazarus auf der Bronzetafel am Sockel der Freiheitsstatue in New York ist de facto außer Kraft gesetzt. An ihre Stelle tritt die Warnung des in Umfragen führenden Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Der Radikalpopulist schürt in offener Feindseligkeit die bisher bei Geheimdiensten, Polizei und Justiz durch nichts begründete Angst, dass mit Menschen aus Syrien der Terror nach Amerika zurückkehren wird.

Selbst Jeb Bush scheint den Verstand verloren zu haben

War Trump lange Zeit allein auf weiter Flur, so zieht sich die Front der Ablehnung inzwischen durch das komplette Partei-Establishment der Konservativen. Mit gesetzlichen Tricks wollen sie der Regierung untersagen, ihrer humanitären Verantwortung gerecht zu werden.

Selbst Jeb Bush, Präsidenten-Sohn-und-Bruder, scheint aus Furcht vor Volkes Stimme den Verstand verloren zu haben. Er würde allenfalls christliche Flüchtlinge akzeptieren. Muslime nicht. Klarer könnte ein Mann, der ins Weiße Haus will, die auf Gleichbehandlung pochende Verfassung nicht mit Füßen treten.

Niemand stellt sich der medial verstärkten Paranoia entgegen

Präsident Barack Obama hat sich erst vor kurzem im Licht der Dimension des Fluchtproblem in Europa dazu durchgerungen, wenigstens ein mickriges Kontingent von 10.000 Syrern aufzunehmen. So viele wie in München zuletzt an einem Wochenende anlandeten. 10.000 – für ein Volk von 330 Millionen ein Klacks. Nicht aber im vor Angst hyperventilierenden Amerika.

Obama und seine Demokraten sehen sich in die Ecke von Steigbügelhaltern für den islamischen Terrorismus gerückt. Und niemand weit und breit, der sich der medial verstärkten Paranoia entgegenstellt. Der davor warnt, dass die Reputation des Sehnsuchtsorts USA weiter Schaden nimmt, wenn den tatsächlich Beladenen und Verfolgten eine Heimstatt in Frieden und Freiheit verwehrt wird. Der daran erinnert, dass die Metastasen des Islamischen Staates heute vor allem deshalb wuchern, weil das kopflose Amerika der Bushs, Cheneys und Rumsfelds mit der Invasion im Irak 2003 den Krebs in die Region getragen hat. Der, und das laut und deutlich, endlich Fakten von Fisimatenten trennt.

Für das amerikanische Einreisesystem würde Merkel wohl viel tun

Von 750.000 Flüchtlingen, die Amerika seit den Anschlägen vom 11. September 2001 aufgenommen hat, wurden bisher zwei wegen terroristischer Umtriebe inhaftiert. Zwei! Der Grund dafür ist neben einem gigantischen Sicherheits-Apparat ein System für das Angela Merkel ein Königreich gäbe, wäre es im offenen Europa samt seiner Peripherie denn praktizierbar. Jeder Flüchtling wird, bevor er amerikanischen Boden betreten darf, beispiellos genau unter Sicherheitserwägungen durchleuchtet. Bei Syrern dauert die Prozedur über zwei Jahre. Wer sie besteht, ist bereits vorgeknetet für die Einwanderungsmaschine USA, die noch aus jedem Neuankömmling irgendwann glühende Patrioten geformt hat.

So könnte es diesmal auch sein. Wenn sich nicht ein riesiges Land, in dem das Hinterwäldlerische noch immer die Welterfahrenheit übertrifft, ins Boxhorn jagen ließe. Angsthase Amerika. Kein Vorbild für niemanden.

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