Too Many TV Commercials?

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Wenn Sie mal wieder über die Werbepause im Fernsehen stöhnen, danken Sie doch ihrem Schicksal, dass Sie nicht in den USA leben. Dort besteht fast jede zweite Minute im Fernsehen aus Werbung.

Schleichwerbung ist in den USA in TV- und Kinoproduktionen nicht verboten (Szene aus „Deine, meine & unsere“ mit Dennis Quaid)

Das haben gerade die Marktforscher von TNS Media für das erste Vierteljahr 2008 ausgezählt. Danach werden in der Primetime pro Stunde mehr als 27 Minuten Werbebotschaften gewidmet. Fast die Hälfte davon ist sogenanntes „Branded Entertainment“, Schleichwerbung, wie wir hier sagen würden. Mehr als zwölf Minuten „Unterhaltung mit Markenbotschaft“ zeigen, das amerikanisches Kommerzfernsehen die Antwort gefunden hat auf die zunehmende Anzahl digitaler Videorecorder, die Werbepausen automatisch ausblenden können. Stattdessen wird die Werbung eben in die Sendungen reingeschrieben. Da werden Talkshow-Gastgeber, die unserem Harald Schmidt entsprechen, auch dafür bezahlt, in ihrer Moderation Marken zu erwähnen.

Zum Leidwesen mancher Werbezeitenverkäufer gilt bei uns die fast 20 Jahre alte europäische Fernsehrichtlinie. Danach darf der Werbung maximal 15 Prozent der täglichen Sendezeit und maximal 20 Prozent pro Stunde betragen. Doch auch hier arbeiten die Werber fieberhaft daran, akzeptable Formate für „Unterhaltung mit Markenbotschaft“ zu entwickeln. Bisher gibt’s für solche Versuche der TV-Sender meist eine gelbe Karte der Landesmedienanstalten.

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