Ankle Monitors in the U.S.: Boom on Legs

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In den USA wird die Fußfessel technisch aufgerüstet. Besonders beliebt bei den Justizbehörden sind Fesseln, die bei Alkoholgenuss Alarm schlagen.

In den USA ist die elektronische Fußfessel, die mittels Peilsender lediglich überwacht, ob sich ein Delinquent zur vorgeschriebenen Zeit am vorgeschriebenen Ort aufhält, fast schon ein Auslaufmodell. Immer neue Geräte werden entwickelt, die eine umfassendere Überwachung ermöglichen. Schon länger im Einsatz sind elektronische Fußfesseln, die Sperrzonen errichten. Etwa wenn nach einem Fall häuslicher Gewalt der Täter sich dem Opfer nicht auf eine bestimmte Entfernung nähern darf. Die Polizei, mitunter auch das Opfer, wird bei Verstößen alarmiert. Bei Sexualstraftätern lässt sich so der von vielen Bundesstaaten verfügte Mindestabstand zu Schulen überwachen.

Wachsender Beliebtheit bei US-Justizbehörden erfreuen sich elektronische Fußfesseln, die bei Alkoholgenuss Alarm schlagen. Über eine Membran, die mit der Haut in Kontakt ist und regelmäßig Ausdünstungen analysiert, wird der Alkoholgehalt im Blut gemessen. Überwacht werden können so Personen, zu deren Bewährungsauflagen es gehört, keinen Alkohol zu trinken.

Die US-Firma Home Detention Equipment and Services will noch in diesem Jahr ein Gerät auf den Markt bringen, das auch Marihuana und die Droge Speed nachweisen kann. Bislang müssen sich Drogenkriminelle auf Bewährung oft zu periodischen Urintests melden. Laut Hersteller soll die Polizei mit Hilfe der elektronischen Fußfessel künftig sofort über Drogenkonsum informiert werden. Eine GPS-Peilung meldet zugleich den Aufenthaltsort.

Hintergrund des Fußfessel-Booms in den USA sind nicht zuletzt Sparzwänge. Seit den 80er Jahren wurden immer härtere Strafen verhängt. Während die Kriminalität sank, gelten die Gefängnisse als überfüllt. Ein Häftling kostet laut US-Medien den Steuerzahler 35 Dollar pro Tag, eine Fußfessel sieben Dollar.

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