The FBI Gains Trump Fanatic Instead of Trump Man

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Trump-Fanatiker statt Trump-Mann beim FBI

Mit Kash Patel als FBI-Chef sichert sich Donald Trump während seiner zweiten Amtszeit Zugriff auf die mächtige Bundesbehörde

Der Rücktritt des FBI-Chefs Christopher A. Wray bedeutet wohl das Ende einer Ära. Nicht nur der Ära von Wray selbst, sondern auch jener des unpolitischen Postens des FBI-Chefs. Nach dem Tod von J. Edgar Hoover stellte der Kongress fest, dass niemand mehr so lange wie er – mehr als 40 Jahre nämlich – auf dem Chefsessel des Bureaus sitzen sollte.

Hoover galt als mächtigster Mann der Vereinigten Staaten, und diese Macht missbrauchte er auch. Die Amtszeit des FBI-Chefs wurde auf zehn Jahre fixiert. Damit sollte auch sichergestellt werden, dass er der Einflussnahme von US-Präsidenten entzogen wird. Neue Bewohner des Weißen Hauses ließen den bestehenden FBI-Chefs ihren Job. Joe Biden etwa feuerte den Trump-Mann Wray nicht.

(Zu) große Macht

Doch Trump hält wenig von Traditionen, erkannte ja nicht einmal seine eigene Wahlniederlage 2020 an und signalisierte bald nach seinem Wahlsieg, dass ihm Wray nicht loyal genug war. Nun soll Trump-Fanatiker Kash Patel den Posten übernehmen, der die Behörde ganz nach den Wünschen seines Präsidenten (um)gestalten will. Wer darauf gehofft hat, dass der MAGA-Anhänger krachend durch das Senatshearing fallen wird, könnte enttäuscht werden. Bei einem ersten Besuch am Kapitol wurde er warm empfangen.

Und so wird mehr als 50 Jahre nach Hoovers Tod wohl wieder ein mächtiger Mann (zu) großen Einfluss auf das FBI haben. Doch diesmal ist es nicht der Chef des Bureaus, sondern der Mann im Weißen Haus: Donald Trump.

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