Trump’s Distortions Are a Low for America

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Trumps Verdrehungen sind ein Tiefpunkt für Amerika

Der wahre Diktator ist Putin, und der Aggressor ist Russland. Es wird immer deutlicher, dass Trump den Krieg beenden will, indem er die Ukraine übergeht. Dabei sollte Europa nicht mitmachen.

Dass ein amerikanischer Präsident die Propaganda aus dem Kreml übernimmt, ist ein neuer Tiefpunkt, auch wenn Trump oft Unsinn redet. Der wahre Diktator sitzt in Moskau, daran kann es keinen Zweifel geben. Bei allen (politischen) Einschränkungen, die das Kriegsrecht den Ukrainern gebracht hat, ist ihr Leben immer noch deutlich freier als das in Putins Überwachungsstaat mit seinen Scheinwahlen.

Und der Aggressor war und bleibt Russland. Auch hier verdreht Trump die Tatsachen in einer Weise, die unwürdig ist für den Präsidenten einer der ältesten Demokratien der Welt.

Abkommen über Bodenschätze

Es dürfte Trump, der schon immer ein instrumentelles Verhältnis zur Wahrheit hatte, allerdings um etwas sehr Handfestes gehen. Wie es seine Gewohnheit ist, versucht er Druck aufzubauen durch öffentliche Diskreditierung. In diesem Fall verlangt er ein Abkommen zum Abbau von Bodenschätzen in der Ukraine. Selen¬skyj hatte das selbst vorgeschlagen, zögert nun aber mit der Unterschrift.

Das kann man ihm nicht verdenken. Trump verlangt viel, bietet der Ukraine aber bisher praktisch nichts als Gegenleistung, vor allem keine Sicherheitsgarantien. Er hat im Gegenteil schon wichtige westlich-ukrainische Positionen in dem Konflikt geräumt.

Das macht deutlich, worin auch für Europa das Hauptproblem mit Trumps Kurswechsel besteht: Er kann den Krieg nur schnell beenden, wenn er Putin entgegenkommt und die Ukraine übergeht.

An diesem Fahrplan sollten die Europäer nicht mitwirken. Niemand kann Trump dazu zwingen, weiter in diesen Krieg zu investieren, und er mag sich von einem Ausgleich mit Russland strategische Vorteile vis-à-vis China versprechen.

Aber aus europäischer Sicht ist es nicht egal, auf welche Weise der Krieg beendet wird, und völlig machtlos ist man hier auch nicht, wie die britisch- franzö¬sischen Überlegungen zur Absicherung eines etwaigen Waffenstillstands zeigen. Wenn Trump der „Dealmaker“ ist, für den er sich hält, lohnt es sich, hart mit ihm zu verhandeln.

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