Agent Putins: Wurde Trump vom KGB angeworben?
Lech Wałęsa verurteilt Donald Trumps Verhalten gegenüber Wolodymyr Selenskyj. Der Präsident der USA verhält sich tatsächlich wie ein Agent des russischen Geheimdienstes. Dass er es auch ist, wird neuerdings wieder gemutmaßt.
Lech Wałęsa besitzt schon, was Donald Trump gern hätte: den Friedensnobelpreis. Anders als Trump hat er dafür im Streik der Arbeiter an der Danziger Lenin-Werft und als Führer der Gewerkschaft Solidarność während der kommunistischen Herrschaft in Polen Leib und Leben riskiert. Trump riskiert zwar gegenwärtig ungleich mehr, nämlich den Territorialfrieden Europas, aber das geht seinen Leib und sein Leben nichts an.
Mit „Bestürzung und Abscheu“, wie Wałęsa jetzt in einem offenen Brief auf Facebook schreibt, haben er und etwa dreißig weitere Unterzeichner, fast sämtlich ehemalige politische Häftlinge aus Polen, verfolgt, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am vergangenen Freitag von Trump und J. D. Vance im Oval Office gedemütigt wurde. Sie forderten von Selenskyj Dankbarkeit ein. Dankbarkeit aber, so Wałęsa, gebühre „den heldenhaften ukrainischen Soldaten, die ihr Blut zur Verteidigung der Werte der freien Welt vergossen haben“.
In Polen wie im Baltikum reagiert man besonders sensibel (wenn auch weniger überrascht als in Deutschland) auf das Zerbröseln des Westens. Wenn Heinrich August Winkler in der F.A.Z. für die Ukraine völlig zu Recht „die offizielle Anerkennung der Ergebnisse der russischen Aggression durch die Vereinigten Staaten von Amerika“ befürchtet, so hat man das in Polen und im Baltikum schon einmal erlebt. Das Potsdamer Abkommen von 1945 wird nicht anders interpretiert als die Absegnung von Stalins Teil der Beute aus dem Hitler-Stalin-Pakt von 1939 durch die Westalliierten. Darüber wird am 80. Jahrestag des Kriegsendes neu zu reden sein.
In Wałęsas offenem Brief heißt es weiter, dass die Gesprächsführung von Trump und Vance im Oval Office an die Verhörtechniken kommunistischer Geheimdienste und Schauprozesse erinnert habe. Schon vor zehn Tagen hatte der ehemalige Offizier des sowjetischen Geheimdienstes KGB, der aus Kasachstan stammende Alnur Mussajew, behauptet, Donald Trump sei 1987 während seiner Reisen nach Moskau und Leningrad vom KGB als Spitzel angeworben und zum Einstieg in die Politik ermuntert worden. In den Akten habe man ihn unter dem Decknamen „Krasnow“ geführt.
So recht mag Mussajew, der selbst eine zwielichtige Figur ist, niemand glauben. Aber wie es im Choral der evangelischen Kirche für diese Woche zum Beginn der Passionszeit heißt: „In niemands Herz man sehen kann, an Werken wird erkannt ein Mann.“ Und die Werke Trumps enttarnen ihn ohne Umschweife als Agenten Putins. Ein Mann des Friedens ist er nicht.
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