The U.S. and Europe share too many common interests, which could come back into play after the current U.S. presidency ends.
In his guest commentary on the weekend, Joschka Fischer, former vice chancellor of Germany, expressed what is almost a consensus in Europe today: Donald Trump is destroying NATO. The U.S. is withdrawing from Europe, and in the future, Europe will have to take care of its own military security.
Given the U.S. president’s America First doctrine and his furious outbursts against NATO partners who are not participating in the Iran war, this prognosis sounds plausible. But that doesn't mean it is correct. Beyond Trump, there are powers that hold the Western defense alliance together and can breathe new life into it in the long term.
Trump cannot simply withdraw from NATO. According to a 2023 law, he needs a two-thirds majority in the Senate to do so, but this is currently unattainable. Although the U.S. Armed Forces could cease all cooperation with NATO, that would catastrophically weaken them logistically and organizationally.
Allies Matter
The Trump presidency will end in less than three years. Whoever succeeds him will rediscover NATO’s advantages. Every country, even a super power, needs strong and reliable allies. These are often more important than military hardware. Germany lost both world wars because it had worse allies than its opponents, Austria-Hungary in World War I, Italy in World War II.
For the U.S., there are no better allies than the major European states, which are united in NATO. They share the same common values, a similar economic system, and numerous cultural and personal ties. There are no comparable friends in Asia, and that's why the "Pivot to Asia" announced by Barack Obama in 2011 never materialized. Today, the Trump administration is more strongly oriented toward the East than ever before.
The Alpha Dog Is Missing
The situation in Europe is clear as well: The U.S. is irreplaceable as a leading power. No European country can spend enough on defense in order to compensate for the loss of the world's greatest military force and its formidable nuclear deterrent. Without the U.S., the alpha dog that pulls everyone together in a crisis would not exist. Germany and France would have trouble trying to assume this role; they have too many conflicting interests, beginning with the question of just who should be number one. Economic cooperation is easier to organize inside of a committee than effective defense.
But doesn't Trump call all of that into question? No, he is an outlier in American politics, who contrary to his rhetoric, doesn't care about the national interest, just his own. In the post-Trump era, which could start as soon as the November midterms are over, the U.S. will return to a reasonably rational foreign and security policy. NATO is essential for such a thing.
Trump kann die Nato nicht umbringen
Die USA und Europa verbinden zu viele gemeinsame Interessen, die nach dieser US-Präsidentschaft wieder wirksam werden können
Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer hat in seinem Gastkommentar am Wochenende das ausgedrückt, was heute in Europa beinahe Konsens ist: Die Nato wird von Donald Trump zerstört, die USA ziehen sich aus Europa zurück und die Europäer werden in Zukunft selbst für ihre militärische Sicherheit sorgen müssen.
Angesichts der America-First-Doktrin des US-Präsidenten und seiner wütenden Ausfälle gegen die Nato-Partner, die sich nicht am Irankrieg beteiligen, klingt diese Prognose schlüssig. Aber das heißt nicht, dass sie stimmt. Denn über Trump hinaus gibt es Kräfte, die das westliche Verteidigungsbündnis zusammenhalten und ihr längerfristig neues Leben einhauchen können.
Trump kann aus der Nato nicht einfach aussteigen. Er benötigt dafür nach einem Gesetz aus 2023 eine Zweidrittelmehrheit im Senat, und die ist unerreichbar. Die US-Streitkräfte könnten zwar jede Kooperation in der Nato einstellen, würden sich aber damit logistisch und organisatorisch katastrophal schwächen.
Verbündete zählen
In weniger als drei Jahren ist die Trump-Präsidentschaft vorbei. Wer immer ihm nachfolgt, wird die Vorzüge der Nato wieder erkennen. Denn jeder Staat, selbst eine Supermacht, benötigt starke und verlässliche Verbündete. Diese sind oft wichtiger als das militärische Gerät. Deutschland hat beide Weltkriege vor allem verloren, weil es schlechtere Bündnispartner hatte als seine Gegner – Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg, Italien im Zweiten.
Für die USA gibt es keine besseren Verbündeten als die großen europäischen Staaten, die in der Nato versammelt sind. Mit ihnen teilen sie gemeinsame Werte, ein ähnliches Wirtschaftssystem und unzählige kulturelle und persönliche Beziehungen. In Asien gibt es keine vergleichbaren Freunde, weshalb der "Pivot to Asia", den Barack Obama 2011 angekündigt hatte, nie stattgefunden hat. Heute ist die Trump-Regierung stärker denn je Richtung Osten orientiert.
Der Leitwolf fehlt
Auch in Europa ist die Interessenlage klar: Die Vereinigten Staaten sind als Führungsmacht nicht ersetzbar. Kein europäischer Staat kann für Verteidigung das ausgeben, was nötig wäre, um den Verlust der größten Militärmacht mit ihrem gewaltigen Nuklearschild wettzumachen. Und ohne die USA fehlt der Leitwolf, der dafür sorgt, dass im Krisenfall alle an einem Strang ziehen. Deutschland und Frankreich können diese Rolle nur schwer gemeinsam übernehmen; sie haben zu viele Interessenkonflikte – beginnend mit der Frage, wer die Nummer eins sein soll. Wirtschaftliche Zusammenarbeit lässt sich im Komitee leichter organisieren als eine effektive Verteidigung.
Aber stellt Trump nicht all das infrage? Nein, denn er ist ein Sonderfall in der US-Politik, der entgegen seiner Rhetorik nicht das nationale Interesse im Sinn hat, sondern nur sich selbst. In der Nach-Trump-Ära – und die könnte in Schritten schon nach den Midterm-Wahlen im November beginnen – werden die USA wieder zu einer halbwegs rationalen Außen- und Sicherheitspolitik zurückkehren. Für eine solche ist die Nato unverzichtbar.
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