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Kerry's Blunder

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Das diplomatische Tauziehen um einen US-Militärschlag ist in vollem Gange. Doch hinter den Kulissen sind die Würfel wohl längst gefallen. Daran ändert auch das vermeintliche Ultimatum von US-Außenminister Kerry herzlich wenig.

Ein wenig erinnerte Kerry an das ehemalige SED-Politbüromitglied Schabowski, das mit seinen gestammelten Worten zu einem neuen Reisegesetz auf die Frage eines Journalisten das Ende der DDR einläutete. Wie Schabowski war Kerry überrascht, als ihm auf der Pressekonferenz eine Frage gestellt wurde. Wie Schabowski entglitt Kerry ein – wenn auch nicht ganz so folgenreicher – Satz wie der des DDR-Politikers.

Bereits als er das Ultimatum ausgesprochen hatte, merkte man Kerry die Verärgerung über sich selbst an. „Aber Assad ist nicht im Begriff, das zu tun, und es ist offensichtlich auch nicht möglich“, ruderte er in Bezug auf die Übergabe der Chemiewaffen zurück. Das war verräterisch. Ebenso verräterisch waren die Verrenkungethn, die das Weiße Haus im Anschluss an Kerrys Worte unternahm, um sie wieder einzufangen. Die US-Regierung will sich nicht mehr von einem Bombardement gegen das Assad-Regime abbringen lassen.

Der Kreml hat das Potenzial von Kerrys Patzer schnell erkannt und forderte Syrien zur Vernichtung seiner Chemiewaffen auf. Ein taktisches Scharmützel, das folgenlos bleiben dürfte. Assad wird kaum sein einziges Faustpfand aus der Hand geben.

In den USA dürfte Kerrys Fehler jedoch Folgen haben. Bereits vor dem Ultimatum sprachen sich 59 Prozent der US-Bürger gegen einen Militärschlag aus. Die USA legten bisher nur Indizien, aber keine Beweise für einen Giftgas-Einsatz des Assad-Regimes vor. Die Glaubwürdigkeit Obamas bröckelt durch ein völlig haltloses Ultimatum weiter. Die kriegsmüde Nation hat Angst, dass das Land die gleichen Fehler wie im Irak und in Afghanistan begeht. Obama will auf sein Volk aber offenbar nicht hören.







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