The U.S. president will have a harder time acting on his protectionist instincts. But he’s also losing his leverage in both foreign and domestic policy.
Predicted catastrophes seldom materialize. And yet, on Friday, U.S. President Donald Trump’s administration seemingly experienced just that — at least from its perspective. The ruling by which the U.S. Supreme Court struck down all tariffs based on the International Emergency Economic Powers Act of 1977 deals a blow to several key pillars of Trump’s political agenda.
One obvious point is this: Contrary to what nearly all leading economists recommend, Trump believes that steep import taxes help the economy by protecting and stimulating it. This is one of Trump’s core beliefs — one of the few positions he hasn’t changed in decades.
Cracks in the Trump Illusion
Moreover, the ruling targets an important instrument of Trump’s foreign policy. Canada, the EU, India, South Africa, Brazil — Trump wanted to force his will on all of these, in part by using tariffs. Now, he needs to find another means of exerting pressure. From Europe’s point of view, there is a real fear that the U.S. will increasingly threaten to withdraw its military protection.
Above all, though, the decision is aimed at another cornerstone of Trump’s style of governance. Until now, Trump and his advisers have repeatedly insisted that the U.S. president can pretty much do whatever he wants and that the pesky Congress need only be consulted rarely. This is an illusion that the Republican congressional majority has allowed to persist through its refusal to act — even on matters of war and peace. But it’s still an illusion. Now, the cracks in it are starting to show.
Two ‘Pro-Trump’ Votes
Whether the ruling will do lasting damage to Trump remains unclear. Much depends on whether he can keep his anger in check. Angry, hate-filled remarks directed at the Supreme Court are likely to appeal only to a small number of voters — and probably few members of his own party. It wouldn’t be that easy to back them up with arguments, either. It was the votes of two of Trump’s first-term nominees, Amy Coney Barrett and Neil Gorsuch, that tipped the outcome.
The political damage could remain limited if the response mainly consists of symbolic gestures — or if the proposed replacement tariffs prove to be fairly ineffectual. That could even give his Republican colleagues reason to hope they’ll profit from a stronger economy in the upcoming fall midterms.
Das Zoll-Urteil trifft mehrere Säulen von Trumps Politik
Der US-Präsident wird sich bei der Umsetzung seines protektionistischen Instinkts schwerer tun. Aber auch Druckmittel in der Außen- und Innenpolitik kommen ihm abhanden.
Erwartete Katastrophen treten selten ein. Und doch hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump am Freitag aus ihrer Sicht wohl so etwas Ähnliches erlebt. Das Urteil, mit dem der US-Supreme-Court all jene Zölle gekippt hat, die auf dem International Emergency Economic Powers Act von 1977 basieren, richtet sich gegen gleich mehrere tragende Säulen der Trump'schen Politik.
Zum einen ist da das Offensichtliche: Gegen den Rat fast aller führenden Ökonomen setzt Trump darauf, dass die hohen Abgaben auf Einfuhren der Wirtschaft helfen, indem sie sie schützen und ankurbeln. Für Trump ist das ein Glaubenssatz, einer jener wenigen Punkte, in denen er seit Jahrzehnten seine Meinung nie geändert hat.
Risse in der Trump-Illusion
Außerdem richtet sich das Urteil gegen ein wichtiges Instrument seiner Außenpolitik. Kanada, die EU, Indien, Südafrika, Brasilien: Ihnen allen wollte Trump unter anderem mit Zöllen seinen Willen aufdrängen. Nun muss er ein anderes Mittel finden. Aus europäischer Sicht ist zu befürchten, dass die USA künftig öfter mit dem Entzug ihres militärischen Schutzes drohen.
Vor allem aber richtet sich die Entscheidung gegen einen anderen Grundpfeiler seiner Regierungsart. Beharrlich betonten Präsident und Berater bisher, dass der US-Staatschef beinahe tun und lassen könne, was er wolle – und dass der lästige Kongress nur selten einbezogen werden müsse. Es ist eine Illusion, die von der republikanischen Mehrheit im Kongress durch Untätigkeit mitgetragen wurde, auch in Fragen von Krieg und Frieden. Eine Illusion ist es aber dennoch. Nun bekommt sie Risse.
Zwei "Trump-Stimmen"
Ob das Urteil Trump nachhaltig schadet, bleibt aber offen. Vieles hängt davon ab, ob er seinen Ärger im Zaum halten kann. Wut und hasserfüllte Kommentare gegen das Höchstgericht werden nur wenige Wählerinnen und Wähler goutieren, und wohl auch viele Abgeordnete aus der eigenen Partei nicht. Argumentativ wäre das zudem nicht leicht. Mit Amy Coney Barrett und Neil Gorsuch waren die Stimmen zweier Höchstrichter entscheidend, die Trump selbst in seiner ersten Amtszeit nominiert hatte.
Begrenzt bleiben könnte der politische Schaden, wenn es als Reaktion vor allem bei Ankündigungspolitik bleibt – oder wenn die in Aussicht gestellten Ersatzzölle eher zahnlos ausfallen. Dann können seine Republikaner vielleicht sogar hoffen, bei den Midterm-Wahlen im Herbst von einer stärkeren Dynamik der Wirtschaft zu profitieren.
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