The U.S. president’s erratic behavior has dashed hopes of reopening the Strait of Hormuz, to the detriment of all.
It’s a senseless war that almost everyone in the world wants to see ended. A few days ago, it looked as if the hostilities between the United States and Iran might be coming to an end. The 10-day ceasefire, following the initial failed talks in Islamabad, gave diplomacy a new chance, and when, in response to the ceasefire between Israel and Hezbollah, they announced that they would reopen the Strait of Hormuz to civilian shipping, the path to a lasting ceasefire was open. Above all, the global economy, which faces the prospect of serious damage as a result of the world’s most important fossil energy source being cut off, breathed a sigh of relief.
But then U.S. President Donald Trump announced that the U.S. would continue to block the strait to ships carrying Iranian oil until a final agreement is reached. Did Trump think the Iranians would just sit back and take it if the U.S. severed their economic lifeline? Did he think at all, or was it just about demonstrating his power and making clear that the U.S. dictates the terms of any deal?
The result is a diplomatic fiasco — and one that could have catastrophic consequences for the world. Even as the struggle to reopen the negotiations continues, this move by the White House will leave deep wounds. After all, even Iran’s leadership, which has been decimated by American and Israeli blows, is divided.
Criticism from Hardliners
The decision to open the Strait of Hormuz was announced by Foreign Minister Abbas Araghchi, but hardliners in the regime fiercely criticized it as a sign of weakness. Thanks to Trump’s intransigence, they prevailed and the strait was closed again. Supporters of diplomacy were again snubbed by Trump after the U.S. had bombed the country twice while talks were ongoing.
The lesson — for Iranians and the rest of the world — is clear: the U.S. cannot be trusted; it will not keep its word. Its president may enjoy being lauded as a big dealmaker, but it’s even more important to him to emerge as the victor from every conflict, no matter how small. The result is an unpredictability that undermines any chance of constructive diplomacy. The chaos in his head dwarfs the power struggles in Tehran as a threat to any deal.
Global Recession
The boarding of an Iranian cargo ship by U.S. soldiers on Monday further escalated the situation, and any chance of the Strait of Hormuz reopening soon is fading. And now, aside from renewed bloodshed in the region, the worst‑case scenario for the global economy is looming, one likely to be worse than the COVID‑19 pandemic or the oil crises of the 1970s — a global recession that would affect almost every person on Earth.
All this could be avoided with some savvy diplomacy, and, until quite recently, the oil and financial markets were still betting on precisely that. But a compromise requires logical, strategic thinking in Washington and a president who doesn’t believe his own lies about glorious victories. All of that is painfully lacking.
Trumps diplomatisches Unvermögen führt die Weltwirtschaft ins Verderben
Der US-Präsident lässt durch erratisches Verhalten die Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus platzen, zum Schaden für alle.
Es ist ein sinnloser Krieg, den fast alle in der Welt beendet sehen wollen. Und vor wenigen Tagen hat es so ausgesehen, als ob die Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran ein Ende finden könnten. Die zehntägige Feuerpause hat nach der ersten gescheiterten Verhandlungen in Islamabad der Diplomatie eine neue Chance gegeben, und als die Machthaber in Teheran als Reaktion auf die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah die Öffnung der Straße von Hormus für den zivilen Schiffsverkehr verkündete, war der Weg zu einem stabilen Waffenstillstand offen. Vor allem gab es ein Aufatmen in der Weltwirtschaft, der das Abschnüren der wichtigsten fossilen Energiequelle der Welt schweren Schaden zuzufügen droht.
Doch dann kam US-Präsident Donald Trump und verkündete, dass die USA ihre eigene Blockade der Meerenge für Schiffe, die iranisches Öl transportieren, aufrechterhalten würden, bis es zu einer endgültigen Einigung kommt. Hat Trump gedacht, die Iraner würden es einfach hinnehmen, wenn die USA ihnen ihre wirtschaftliche Hauptschlagader abschneiden? Hat er irgendetwas gedacht, oder ging es ihm nur darum, seine Stärke zu beweisen und zu zeigen, dass die USA die Bedingungen für jeden Deal diktieren?
Das Ergebnis ist ein diplomatisches Fiasko – und eines, das katastrophale Folgen für die Welt haben könnte. Auch wenn nun weiter um eine Neuauflage der Verhandlungen gerungen wird, wird diese Handlung des Weißen Hauses tiefe Spuren hinterlassen. Denn auch die durch amerikanische und israelische Schläge dezimierte Führung im Iran ist gespalten.
Kritik der Hardliner
Die Entscheidung, die Straße von Hormus zu öffnen, wurde vom Außenminister Abbas Araghchi verkündet, aber von Hardlinern im Regime als Zeichen der Schwäche heftig kritisiert. Dank Trumps Intransigenz setzten diese sich durch und die Straße wurde wieder geschlossen; die Befürworter der Diplomatie wurden von Trump erneut brüskiert, nachdem die USA schon zweimal inmitten von Verhandlungen das Land mit Bomben angegriffen haben.
Die Lektion für die Iraner so wie für den Rest der Welt ist klar: Den USA ist nicht zu trauen, sie werden ihr Wort nicht halten. Denn ihr Präsident mag sich gerne als großer Dealmaker feiern lassen. Aber noch wichtiger ist es ihm, aus jedem noch so kleinen Konflikt aus Sieger auszusteigen. Die Folge ist eine Unberechenbarkeit, die jeder konstruktiven Diplomatie im Wege steht. Das Chaos in seinem Kopf stellt die Machtkämpfe in Teheran als Risikofaktor für Vereinbarungen in den Schatten.
Globale Rezession
Mit dem Entern eines iranischen Frachtschiffs durch US-Soldaten hat sich am Montag die Lage weiter verschärft, eine Chance auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus schwindet. Und nun droht, abgesehen von neuerlichem Blutvergießen in der Region, der Super-GAU für die Weltwirtschaft, der schlimmer als die Corona-Pandemie oder die Ölkrisen der 1970er-Jahre ausfallen dürfte – eine globale Rezession, die fast jeden Weltenbürger treffen würde.
All das ließe sich mit etwas kluger Diplomatie verhindern, und bis vor kurzem haben die Öl- und Finanzmärkte noch darauf gewettet. Doch ein Kompromiss setzt in Washington ein logisches, strategisches Denken voraus und einen Präsidenten, der nicht seinen eigenen Lügen von großartigen Siegen glaubt. All das fehlt schmerzhaft.
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